DEUTSCHLAND | Mecklenburg-Vorpommern

 

IHK-Wirtschaftstag "Sourcingchancen im Westbalkan"

Der westliche Balkan ist für den deutschen Mittelstand ein Beschaffungsmarkt vor der Haustür. Albanien, Bosnien und Herzegowina, Kosovo, Montenegro, Nordmazedonien und Serbien sind auf dem Landweg innerhalb von nur 24 Stunden erreichbar. Pandemie und Krisen setzen die globalen Lieferketten kräftig unter Druck. Alternativen für die Beschaffung in Europa sind schwer zu finden. Dabei rückt der Westbalkan in den Fokus. Für den deutschen Mittelstand bieten sich dort Chancen.

Interessierte Unternehmen sind herzlich willkommen, sich auf diesem Wirtschaftstag konkret über Geschäftsmöglichkeiten zu informieren. Die Experten der AHKs des Westbalkans stehen fachkundig zur Verfügung. Die Teilnahme ist kostenfrei. 

Anmeldungen werden erbeten per E-Mail an  international@schwerin.ihk.de oder telefonisch.

Hintergrundinfos Westbalkan

In Kombination mit wettbewerbsfähigen Lohnkosten macht das die Region zur attraktiven Alternative zu Fernost. Die meisten Waren zwischen der EU und dem Westbalkan können dank Stabilisierungs- und Assoziierungsabkommen zollfrei gehandelt werden. Auch der Handel innerhalb der sechs Staaten ist aufgrund des Central European Free Trade Agreements (CEFTA) größtenteils zollfrei. Der Außenhandel blüht seit Jahren auf. Der bilaterale Handel zwischen Deutschland und den sechs Westbalkanstaaten wächst dynamisch: Zwischen 2015 und 2021 legte er nominal um fast 75 Prozent auf rund 14 Milliarden Euro zu. Die Corona-Pandemie sorgte 2020 nur für eine kurze Zäsur. Das Vorkrisenniveau ist bereits deutlich übertroffen.

Eine der Schlüsselbranchen der Region ist die metallverarbeitende Industrie. In Serbien ist diese ist von kleinen und mittleren Betrieben geprägt. Die Exporte der Branche erreichten 2021 über 2,5 Milliarden Euro. Besonders stark ist Serbien dabei in den Bereichen der Autozulieferindustrie, der Herstellung von Werkzeugen und bei Gussprodukten.
Die international erfolgreiche holzverarbeitende und Möbelindustrie muss sich ebenfalls nicht verstecken. Grundlage dafür ist eine ausreichende Rohstoffbasis. Alleine in Bosnien und Herzegowina sind 50 Prozent der Fläche von Wald bedeckt. 

Gerade in diesen Bereichen, Automotive, Metallverarbeitung, Holz und Möbel, Bekleidung, Landwirtschaft und IT, bieten sich Möglichkeiten zum Sourcing. Meist beginnen ausländische Kunden die Geschäftsbeziehungen mit Aufträgen in der Lohnfertigung. Sie konzentrieren arbeitsintensive Schritte auf dem Westbalkan. So profitieren die Auftraggeber von günstigen Lohnkosten. Im weiteren Verlauf investieren sie dann in die Qualifizierung des Zulieferers oder die Modernisierung des Maschinenparks. 

Auch eine wichtige Rolle spielt das Thema Design. Die Bekleidungs-, Schuh- und Lederindustrie hat eine lange Tradition. Heute sind die Länder ein beliebter Standort für die Lohnfertigung. Namhafte Hersteller wie Dolce & Gabbana oder Versace lassen dort produzieren. Die Ausfuhren in Albanien oder auch Serbien durchbrechen dabei jährlich die Marke von 1 Milliarde Euro. Größter Vorteil der Region ist die Möglichkeit, flexibel, hochqualitativ und auch in geringen Stückzahlen produzieren zu können.

Die politische Lage in der Region ist weiterhin komplex. Dennoch ist das Interesse der politischen  Akteure an Investitionen, steigenden Exporten und Beihilfen der EU sehr hoch - und daher genießen diese Priorität. Selbst kleine und mittlere Unternehmen werden massiv unterstützt. Immer mehr ausländische Unternehmen investieren direkt in der Region. Allein in Serbien haben sich die jährlichen Zuflüsse deutscher Direktinvestitionen seit 2014 verzehnfacht. Deutsche Unternehmen investieren vor allem im Automobilzulieferbereich. Continental, ZF, Brose oder Bosch sind bereits vor Ort. Und investieren weiter.

Datum

Ort

IHK zu Schwerin

Graf-Schack-Allee 12

19053 Schwerin

Deutschland

https://www.ihkzuschwerin.de/

Kontakt

Henrike Güdokeit

guedokeit@schwerin.ihk.de

0385 5103215

Soziale Medien

 

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