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Newsletter des Enterprise Europe Network Mecklenburg-Vorpommern

 

Sie interessieren sich für europäische Themen und möchten keine wichtigen Entwicklungen verpassen? In unserem monatlichen Newsletter informieren wir Sie über aktuelle Förderprogramme, Veranstaltungen, Geschäfts- und Technologiekooperationen sowie Konsultationen mit EU-Bezug und darüber hinaus. Außerdem zeigen wir, was die EU für Mecklenburg-Vorpommern bedeutet und wie Sie ganz konkret profitieren können.

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myStandards: Mit innovativen Kalibrationsstandards auf Wachstumskurs

Interview mit Christina Wittke

 

Frau Wittke, bitte stellen Sie die myStandards GmbH kurz vor. Worauf haben Sie sich spezialisiert?

Die myStandards GmbH entwickelt und produziert Kalibrationsstandards für chemische Analysegeräte im Bereich der Feststoffanalytik. Vereinfacht gesagt funktionieren unsere Standards ähnlich wie ein Eichgewicht bei einer Waage: Nur wenn die Referenz bekannt ist, können unbekannte Proben zuverlässig analysiert werden. Unsere Standards bestehen aus kleinen Pellets, deren chemische Zusammensetzung exakt definiert ist. Dadurch lassen sich die Anteile verschiedener Elemente in unbekannten Proben präzise bestimmen. Das Unternehmen wurde 2018 als Ausgründung der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel gegründet. Unsere Technologie ist in der EU, den USA und Australien patentiert. 

Was macht Ihre Technologie besonders innovativ?

Das Besondere ist, dass unsere Pellets ohne zusätzliche Bindemittel oder Verbundstoffe auskommen. Während beispielsweise Tabletten häufig einen Überzug oder eine Beimischung eines Bindemittels benötigen, wird der Messbereich unserer Standards ausschließlich aus dem reinen Material hergestellt. Durch die extrem feine Körnung halten die Pellets allein durch Kohäsionskräfte zusammen und bleiben gleichzeitig physikalisch und chemisch stabil. Dadurch eignen sie sich für unterschiedliche Analysemethoden und ermöglichen vergleichbare Ergebnisse zwischen Feldmessungen und Laboranalysen. 

Wie entstand die Idee, internationale Forschungs- und Entwicklungspartner für das Thema Batterierecycling zu suchen?

Internationalität gehört seit jeher zu unserem Geschäftsmodell. Wir vertreiben unsere Produkte weltweit und nur in geringem Umfang in Deutschland. Mit Blick auf die steigende Nachfrage nach Elektromobilität und die wachsende Bedeutung der Kreislaufwirtschaft haben wir das Potenzial im Batterierecycling erkannt. Unser Ziel ist es, Verfahren zu entwickeln, mit denen sich sogenannte „Black Mass“ – das Material aus recycelten Batterien – zuverlässig analysieren lässt. Bislang existieren weder ein standardisiertes Analyseverfahren noch geeignete Kalibrationsstandards für diesen Bereich. 

Welche Ziele verfolgen Sie mit dem geplanten Eurostars-Projekt?

Gemeinsam mit unserem Schweizer Partner Switzerland Innovation Park Biel/Bienne möchten wir ein standardisiertes Analyseverfahren für Black Mass entwickeln und gleichzeitig passende Kalibrationsstandards schaffen. Dadurch sollen Analyseergebnisse verschiedener Recyclingunternehmen vergleichbar werden. Standards schaffen Transparenz, Nachvollziehbarkeit und Vertrauen – genau das fehlt derzeit noch in diesem Marktsegment. 

Warum war die Zusammenarbeit mit einem Schweizer Partner besonders interessant?

Der Kontakt entstand über die Kooperationsdatenbank des Enterprise Europe Network (EEN). Unser Schweizer Partner verfügt über umfassende Erfahrung in den Bereichen Batterietechnologie, Recycling und Forschung. Für uns war das ein „Perfect Match“. Darüber hinaus bringt das Unternehmen ein wertvolles Netzwerk mit und verfügt über umfangreiche Erfahrung bei internationalen Forschungsprojekten. Gleichzeitig ermöglicht die geografische Nähe einen engen persönlichen Austausch. 

Welche Kompetenzen bringt myStandards in die Kooperation ein?

Wir bringen unsere langjährige Expertise bei der Entwicklung und Herstellung von Kalibrationsstandards ein. Während unser Partner insbesondere Kompetenzen in Forschung, Batterietechnologie und Robotik einbringt, konzentrieren wir uns auf die analytische Standardisierung und die Entwicklung geeigneter Referenzmaterialien. 

Wie sind Sie auf das Enterprise Europe Network aufmerksam geworden?

Der erste Kontakt entstand über eine Veranstaltung des EEN Hamburg/Schleswig-Holstein, bei der ich als Speakerin eingeladen war. Im Anschluss haben wir gemeinsam mit den Beraterinnen der IB.SH unsere Innovations- und Internationalisierungsmöglichkeiten besprochen und ein Unternehmensprofil erstellt. 

Wie hat das EEN Sie bei Ihrem Vorhaben unterstützt?

Das EEN unterstützte uns insbesondere bei der Erstellung und Veröffentlichung unseres Kooperationsprofils sowie bei der Suche nach geeigneten Partnern und Förderprogrammen. Nach Veröffentlichung des Profils erhielten wir Anfragen aus Dänemark und der Schweiz. Zudem stellte das EEN wichtige Kontakte her, unter anderem zum Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR), und half bei der Auswahl eines passenden Förderprogramms. 

Was war der größte Mehrwert der Zusammenarbeit?

Wichtig war vor allem der Zugang zur internationalen Kooperationsdatenbank und zu relevanten Förderinformationen. Ohne diese Unterstützung hätten wir viele Kontakte und Möglichkeiten vermutlich nicht oder erst deutlich später erschlossen. 

Welche Chancen ergeben sich für mittelständische Unternehmen durch europäische F&E-Kooperationen?

Europäische Förderprogramme ermöglichen es Unternehmen, auch risikoreiche und ergebnisoffene Forschungsvorhaben umzusetzen. Zwar sind die Förderanträge oft aufwendig, gleichzeitig helfen sie dabei, Projekte strukturiert zu durchdenken. Durch internationale Partnerschaften entstehen zusätzliche Kapazitäten, neue Netzwerke und wertvolle Synergien. Für kleine, forschungsintensive Unternehmen sind solche Kooperationen häufig entscheidend, um größere Innovationsprojekte überhaupt realisieren zu können. 

Welche Bedeutung haben EU-Förderprogramme für Ihr Unternehmen?

Sie sind für unsere Innovationsfähigkeit von großer Bedeutung. Neben der finanziellen Unterstützung erhöhen sie auch die Sichtbarkeit des Unternehmens und eröffnen den Zugang zu neuen Märkten. Gerade weil wir in einigen Bereichen noch kein etabliertes Netzwerk besitzen, helfen uns europäische Förderprogramme dabei, neue Geschäftsfelder zu erschließen. 

Wo sehen Sie myStandards in den kommenden Jahren?

Unser Ziel ist es, unsere Position als weltweit führender Anbieter von Kalibrationsstandards für die Feststoffanalytik weiter auszubauen. Gleichzeitig möchten wir unser Portfolio erweitern und neue Anwendungsbereiche erschließen – darunter insbesondere das Batterierecycling. Langfristig möchten wir nicht nur Standards liefern, sondern auch Analyse- und Beratungsleistungen anbieten und gemeinsam mit unseren Partnern ein umfassendes Gesamtpaket für die Branche entwickeln. 

Welche nächsten Schritte planen Sie im Bereich europäischer Projekte?

Für Oktober ist die Einreichung eines Eurostars-Antrags mit dem Schweizer Partner Switzerland Innovation Park Biel/Bienne geplant. Darüber hinaus sind wir offen für weitere europäische Forschungs- und Innovationsprojekte, insbesondere im Bereich Klimaschutz und nachhaltige Technologien. 

 

Vielen Dank für das Gespräch und weiterhin viel Erfolg! 

 

Foto: myStandards 2026

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